Soziales Engagement > Patenpferd Shelby
pferd-Ramona.jpg

Vom Wunder, ein Patenpferd zu haben

Es ist schon eine Weile her, da wurde ich von einer Kollegin angesprochen, ob ich mir eine Patenschaft für ein Pferd vorstellen könnte. Irgendwie passte die Anfrage gerade in meine Lebensphase und meine Zusage für ein Tier in Not war schnell gemacht. Aber bereits in diesem frühen Stadium einer Patenschaft erfuhr ich, wie plötzlich ein mögliches Paten-pferd nicht mehr lebt und alle Bemühungen seitens Stinah, sein Leben abzusichern, vergebens waren.

Wenige Wochen später kam Shelby, eine Freibergerstute, auf den Talhof. Sie war wegen Tierquälerei beschlagnahmt worden und fand innert der vom Kanton gesetzten Frist niemanden, der sie übernehmen wollte. So kam sie zu Stinah und wurde mein Patenpferd.

Gut zwei Jahre lang hörte ich immer wieder via Whatsapp oder Mail, wie es Shelby in ihrem neuen Leben erging, u.a. dass sie rund zehn Monate nach der Beschlagnahmung unerwartet Mutter wurde. Ich freute mich jedes Mal über ein Foto und eine kurze Notiz und natürlich nahm ich mir jedes Mal vor, Shelby bald zu besuchen. An einem wunderbaren Frühlingstag konnte ich mir einen Besuch einrichten und stand zum ersten Mal im Heim inmitten der geretteten Tiere.

Mit grosser Geduld haben mir Claudia und Christof den ganzen Hof gezeigt, die verschiedenen Pferde vorgestellt und mir so einen kleinen Einblick in ihre grossartige Tätigkeit gegeben. Die Interaktion der Pferde in der Herde und mit uns als Besuchern, war unglaublich spannend. Ich kann einen solchen Besuch jedem Paten nur ans Herz legen!

Das Wissen, wie gut die Tiere bei Stinah umsorgt sind und dass sie einfach so sein dürfen wie sie sind, motivierte mich, meine Patenfamilie zu vergrössern: Neben Shelby darf ich mittlerweile auch Mila, Marcella und Ramona zur «Familie» zählen. Mittlerweile besuche ich die Pferde regelmässig und baue meine Kompetenzen in Pferde-Striegeln und darin, die Pferde zu verstehen, auf.

Diese Nachmittage im Heim bringen neben der Freude, die Pferde zu sehen und zu spüren, eine tiefe innere Ruhe. Auch fordern mich die Pferde immer wieder auf charmante Art heraus, Vertrauen zu haben. Manchmal habe ich den Eindruck, sie lächeln gar auf ihren Stockzähnen, wenn ich mich mit erhöhtem Puls durch sie hindurch schlängle oder eine heruntergefallene Bürste zwischen ihren Beinen hervorangle.

Mit jedem Besuch gewinne ich Gelassenheit, die sich nicht nur auf den Umgang mit den Pferden beschränkt, sondern mich auch im Alltag begleitet. Ein wunderbares Gefühl. Wenn ich in einem Satz erklären soll, was mir die Patenschaft bringt, dann wäre es dieser: Ein gutes Gefühl, die Welt ein klein wenig besser zu machen und dafür immer wieder ein riesiges Dankeschön durch ein Augenzwingern von oder ein Kopfzuwenden der Pferde zurückzuerhalten.

Stinah, Stiftung Tiere in Not

Stinah ist seit 2002 als gemeinnützige Tierschutzorganisation anerkannt. Sie engagiert sich mit dem Ziel, das Verständnis und die Empathie für Tiere als fühlende Mitgeschöpfe zu stärken und den wachsenden Widerspruch zwischen unserem Wissen, dass Tiere fühlende Geschöpfe, mit ureigenen Bedürfnissen sind, und der Tatsache, dass sie in unserer Gesellschaft je nach Art zu blossen Produktionsfaktoren degradiert werden, zu korrigieren. Mit breitem Engagement soll der Dissonanz konstruktiv, kooperativ und wirkungsvoll begegnet werden.

4e075bdc38b413176efac36b84af1850.png
Ihre Spende wird direkt an Stinah überwiesen.